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Bibiliothek des Bücher-Kosmos: Wächter der Nacht: Roman
Titel:      Wächter der Nacht: Roman
Autor:      Sergej Lukianenko
ISBN-10(13):      3453530802
Verlag:      Heyne
Erscheinungsdatum:      2007-12-06
Edition:     
Sprache:      German
Preis:      EUR 13,00
Bewertung:      4 
Bild:      cover
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Beschreibung:      Kampf zwischen Licht und Dunkelheit

Sergej Lukianenko, preisgekrönter und populärster russischer Science Fiction Autor der Gegenwart, 1968 in Kasachstan geboren, und studierterPsychologe zeichnet uns ein Bild seines Moskaus. Dieses Buch ist zwar dem oft abfällig betrachteten Genre der fantastischen Unterhaltungsliteratur zuzuordnen, aber es ist eigentlich viel mehr und anders als alles was in den letzten Jahren auf dem überfüllten Fantasy-Markt erschienen ist. Der Vergleich den manche Rezensenten zu Tolkiens „Herr der Ringe“ ziehen ist allerdings nur in sofern zulässig, als das ewigen erscheinenden Kampf von Licht und Dunkel gibt – hier in Form der Nacht- und der Tagwache die sich gegenseitig belauern. Und das beide Autoren in iher ganz eigenen, einmaligen Sprache schreiben. Ein großer Dank geht hierfür auch an die Übersetzerin, die es geschafft hat den eigenwilligen, typisch russischen Sprachstil in unsere Sprache zu transportieren. Dies führt Anfangs zu kleinen, kaum benennbaren Irritationen, trägt aber ungemein zur eng gewebten Athmosphäre der fesselnden seltsam spannenden Erzählung bei.

Schon jetzt ist das Buch „Wächter der Nacht“ zu den russischen Klassikern zu zählen. Abseits der üblichen Klischees ist es nicht nur angefüllt mit actionreichen Kämpfen, sondern vor allem mit philosophischen Disputen und inneren Dialogen über die unermesslichen Abgründen und Beweggründe der menschlichen Seele sowie dem ewigen Ringen von Licht und Dunkelheit.
Anton Gorodezki, der melancholisch wirkende, desillusionierte und recht neu initiierte „Lichte“ (Kämpfer auf der Seite des Lichts) führt den Adressaten durch diesen ersten Band der vierteiligen Serie. Sergej Lukianenkos Held ist kein strahlender Palladin des Guten. Die dem Leser seltsam real erscheinende Erzählung bildet ein Netz, welches sein wahres Ausmaß erst nach und nach – Buch für Buch – enthüllt. Bei vielen Bücherserien ist es so, dass diese nach einigen Bänden inhaltlich verlieren und der Spannungsbogen auf ein Null herab sinkt. Lukianenko ist in der glücklichen Lage, trotz aller Enthüllungen und seelischen Tiefs seiner sehr ausgefeilt dargestellten Hauptcharaktere, nicht in diese schriftstellerische Falle zu tappen.

Fazit: Absolut suchterzeugend – führt zu durchlesenen Nächten – und den schon erschienen Verfilmungen der Serie bei weitem vorzuziehen. Bleibt abzuwarten was der Trend in den nächsten Jahren bringt und welche Plagiate in die Bugwelle dieses Vorreiters geworfen werden.